
Hirtin mit Herde
Details
Die Geschichte
Um 1700 waren die Herdenbilder des Deutschen Philipp Peter Roos in ganz Europa gefragt. Er lebte in Tivoli bei Rom und war als Rosa da Tivoli bekannt. In Neapel bewunderte der junge Domenico Brandi diese Bilder und wählte sie zum Vorbild. Die kleine Leinwand aus dem frühen 18. Jahrhundert zeigt, was er daraus machte.
Eine junge Hirtin beugt sich über ihre Tiere und drückt ein Lamm an die Brust, während Ziegen und Schafe zur Tränke an einen Tümpel drängen. Links schließen Felsen die Szene ab, rechts verliert sich ein zackiger Berg im Blau.
Der Katalog der Galerie benennt den Unterschied. Roos lud seine Herden mit Dramatik und versteckten moralischen Anspielungen auf, der Neapolitaner malt die Tiere schlicht und ohne gespenstisches Licht. Unten im Vordergrund steht die Signatur BRANDI. Zurzeit ist das Gemälde als Leihgabe im Palazzo del Viminale, dem Sitz des italienischen Innenministeriums, und nicht ausgestellt.
