
Silen mit dem Dionysosknaben
Details
Die Geschichte
Silen war der älteste im Gefolge des Dionysos, ein dickbäuchiger, stumpfnasiger Zecher, den man meist torkelnd im Zug des Gottes sieht. Hier ist er nüchtern und behutsam. Dionysos ist noch ein Säugling, und der Alte hält ihn an seiner Brust und blickt auf ihn hinab.
Das Thema einer erwachsenen Gestalt, die den kleinen Gott trägt, beschäftigte die griechischen Bildhauer im 4. Jahrhundert v. Chr. In Olympia sah der Reiseschriftsteller Pausanias einen Hermes mit dem Dionysosknaben, den er Praxiteles zuschrieb, und 1877 fanden deutsche Ausgräber genau diese Statue im Heraion, dort, wo er sie beschrieben hatte.
Das Vorbild dieses Marmors gehört ins letzte Viertel des 4. Jahrhunderts v. Chr., und manche Forscher bringen es mit Lysipp oder seinem Kreis in Verbindung. Die bekannteste Wiederholung steht im Louvre. Die Münchner Kopie ist fast zwei Meter hoch.




