
Sixtus IV. ernennt Platina zum Präfekten der Vatikanischen Bibliothek
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Die Geschichte
Jeder Mann, der in diesem Raum steht, ist ein Verwandter des Papstes. Sixtus IV., rechts auf dem Thron, hatte seine Neffen in hohe Ämter gebracht, und Melozzo malte sie um 1477 um ihn herum. Der große junge Kardinal in Rot vor dem Thron ist Giuliano della Rovere, der 26 Jahre später als Julius II. Papst wurde. Hinter dem Knienden stehen Girolamo Riario und Giovanni della Rovere, und zur Gruppe gehört noch Raffaele Riario, damals ein junger Amtsträger der Kurie.
Der Kniende ist Bartolomeo Sacchi, genannt Platina, ein Humanist, den der vorige Papst, Paul II., in der Engelsburg hatte einsperren lassen. Jetzt übernahm er die päpstliche Bibliothek, und er zeigt auf die lateinischen Verse darunter, die er selbst verfasst hat. Sie zählen auf, was Sixtus in Rom erneuert hatte, Kirchen, ein Haus für Findelkinder, Gassen, Plätze, Mauern, Brücken und die Wasserleitung, die den Trevi speist. Dann heißt es, mehr noch schulde ihm die Stadt für die Bibliothek, die aus dem Verfall an einen angesehenen Ort geholt worden sei.
Ein Jahr später waren zwei dieser Männer in etwas ganz anderes verwickelt. Im April 1478 gehörte Girolamo Riario zu den Hintermännern der Pazzi-Verschwörung in Florenz, und Raffaele Riario, noch keine 17 Jahre alt und schon Kardinal, war im dortigen Dom, als Giuliano de' Medici während der Messe erstochen wurde.
