
Gustave Courbet · PD
Die Quelle
Details
Die Geschichte
Die Quelle war im Frankreich von 1868 ein abgegriffenes Thema. Die Maler der Akademie zeigten damit eine makellose nackte Nymphe an einem Quell, ein Korper, den man anstandig machte, indem man ihn gottlich nannte. Zehn Jahre zuvor hatte Ingres eine ideale Fassung gegeben, die jeder kannte. Courbet, der lautstarke Wortfuhrer des Realismus, nimmt denselben Titel und malt stattdessen eine wirkliche Frau, von hinten gesehen, auf einem Felsen sitzend, die Hand zum fallenden Wasser hin ausgestreckt. Das Fleisch ist schwer, greifbar, nichts an ihr von einer Gottin. Auch der Hintergrund ist keine Atelierkulisse, sondern ein wirklicher feuchter Wald. Heute hangt das Bild im Musee d'Orsay, wenige Schritte von Ingres' Quelle entfernt.




