Das Atelier des Malers

Gustave Courbet · PD

Das Atelier des Malers


Details

Jahr
1855
Technik
Öl auf Leinwand
Gattung
Gemälde
Maße
361 × 598 cm

Die Geschichte

Im Sommer 1855 richtete Paris die erste Weltausstellung auf französischem Boden aus, ein Schaufenster des Fortschritts unter Napoleon III. Die Jury der Kunstabteilung nahm 11 Bilder Courbets an und wies ausgerechnet dieses zurück, das größte und ehrgeizigste. Courbet reagierte trotzig. Gleich neben dem offiziellen Gelände ließ er auf eigene Kosten eine Bretterbude errichten, den «Pavillon des Realismus», und hängte das abgelehnte Werk dort selbst auf. Zum ersten Mal stellte ein Maler eine ganze Einzelschau gegen den Staat. Das Bild nannte Courbet eine «wirkliche Allegorie», die sieben Jahre seines Lebens zusammenfasse. In der Mitte sitzt er vor einer Landschaft und malt, während ein nacktes Modell neben ihm steht, das er kaum beachtet, ein stiller Seitenhieb auf die akademische Aktmalerei. Links drängt sich die Welt, aus der er kam, mit Jägern, Arbeitern, einem Totengräber und einem Händler. Rechts stehen seine Freunde und Förderer, unter ihnen der Dichter Baudelaire, der ganz am Rand in ein Buch vertieft ist. Ein Junge aus dem Volk schaut der Malerei zu, dazu eine weiße Katze zu Courbets Füßen. Die riesige Leinwand vollendete er in nur sechs Wochen.

Kunst zum Entdecken, die nie ausgeht. Trag dich ein.