
Johannesaltärchen
Details
Die Geschichte
Wenn dieser kleine Altar geöffnet ist, thront in der Mitte Maria mit dem Kind auf dem Schoß, neben ihr ein Engel und ein kniender Stifter, dessen Namen das Bild nicht nennt. Auf dem linken Flügel steht Johannes der Täufer, der Christus ankündigte, auf dem rechten Johannes der Evangelist, der sein Evangelium schrieb. Das Kunsthistorische Museum hält den Abt Jan Crabbe für den wahrscheinlichen Auftraggeber, den Vorsteher von Ter Duinen, einer reichen Zisterzienserabtei an der flämischen Küste, der schon einige Jahre zuvor ein Altarbild bei Memling bestellt hatte.
Memling malte das Werk um 1485 bis 1490 in Brügge, und die Einzelheiten zeigen, dass er nach Süden blickte. In die gemalte Architektur rund um den Thron fügte er zwei winzige Szenen ein, das Opfer Isaaks und die Enthauptung der heiligen Katharina, und an die Bögen hängte er Fruchtgirlanden, die kleine Putten halten, ein Motiv aus der italienischen Renaissance.
Ein Memling-Triptychon, das mit diesem identisch zu sein scheint, steht 1516 im Inventar Margaretes von Österreich, der Tante des späteren Kaisers Karl V. und zweimaligen Statthalterin der Niederlande. Die Außenseiten der Flügel zeigten Adam und Eva. Um 1650, in der Sammlung Erzherzog Leopold Wilhelms, waren diese beiden Figuren bereits von den Flügeln abgetrennt, um als eigene Bilder zu gelten, und sie hängen bis heute getrennt.




