
Stele des Imeni
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Die Geschichte
Bis 1870 war dieser Stein unversehrt. Einst stand er in Abydos, der Stadt des Totengottes Osiris, wo hohe Beamte Stelen in kleinen Kapellen nahe dem Prozessionsweg des Gottes aufstellten, und 1857 kam er heil in den Louvre, erworben bei der Versteigerung der Sammlung von Giovanni Anastasi, einem Diplomaten, der in Ägypten gesammelt hatte. Im Oktober 1870, während des Krieges mit Preußen, als Truppen im Louvre einquartiert waren, vermerkt das Protokoll der Konservatoren, dass in der Galerie Heinrichs IV. eine Stele zerbrochen worden sei. Wahrscheinlich war es diese, deren Mitte verloren ging.
Gerettet hat das fehlende Stück ein Blatt Papier. Vor dem Schaden hatte der Ägyptologe Théodule Devéria einen Abklatsch genommen, einen Papierabdruck der gemeißelten Fläche. 2025 scannte der Louvre dieses Blatt in 3D, goss eine Nachbildung des verlorenen Fragments und setzte sie ein, so getönt, dass man sie vom antiken Stein noch unterscheiden kann. Der Text ist in das dritte Regierungsjahr Amenemhets II. datiert. Er nennt Imeni, einen für Bauarbeiten zuständigen Beamten, fordert die Lebenden auf, Opfergaben für ihn zu sprechen, und zählt seine Familie auf. Darunter sitzt ein Mann beim Totenmahl vor einem Opfertisch.




