
Jan Victors · PD
Der Engel verlässt die Familie des Tobias
Details
Die Geschichte
1637 erhielt die niederländische Republik ihre eigene amtliche Bibel, die Statenvertaling, die von der Dordrechter Synode in Auftrag gegeben worden war. Die Apokryphen druckte sie zwar noch mit, aber abgesondert, ganz hinten, und mit einer Warnung an die Leser, diese Bücher seien keine Heilige Schrift. Das Buch Tobit gehörte dazu. Trotzdem kamen die Maler um Rembrandt in Amsterdam immer wieder darauf zurück, und Jan Victors, ein überzeugtes Mitglied der reformierten Kirche, malte 1651 seine Schlussszene, auf einer Leinwand von mehr als zwei Metern Breite. Tobias ist von einer gefahrvollen Reise heimgekehrt, begleitet von einem Mann, der ihn beschützt, ihm eine Frau gewonnen und zuletzt die Blindheit des Vaters geheilt hat. Nun gibt sich der Gefährte als Erzengel Raphael zu erkennen und verlässt die Familie. Rembrandt hatte denselben Abschied 1637 gemalt, auf einer kleinen Tafel, die heute im Louvre hängt. Das Münchner Bild stammt aus dem Nachlass König Max I. Joseph.


