
Francisco Goya, The Bewitched Man, 1798. Wikimedia Commons. · PD
Der Verhexte
Details
Die Geschichte
1798 bestellten der Herzog und die Herzogin von Osuna bei Goya sechs kleine Hexenszenen, die zusammen hängen sollten. Dies ist eine davon, und sie stammt aus einer Komödie, über die Madrid schon seit hundert Jahren lachte. Der Mann, der Öl in eine Lampe gießt, ist ein ängstlicher Priester namens Don Claudio. Man hat ihm eingeredet, er stehe unter einem Fluch und werde nur so lange leben, wie diese Lampe brennt, und so nährt er sie in heller Panik. Hinter ihm zeigt ein bemaltes Tuch tanzende Esel, Teil des Scherzes. Goya malt keinen echten Spuk. Er malt den Aberglauben selbst, die Angst vor Verwünschungen, die die Leute noch fest im Griff hatte, und tut es als breites Theater. Hier ist alles noch zum Lachen gemeint: ein verängstigter Mann und eine einzige Flamme, die er nicht verlöschen lassen darf.




