Der blinde Drehleierspieler

Der blinde Drehleierspieler


Details

Technik
Öl auf Leinwand
Maße
86 × 62,5 cm

Die Geschichte

Die Drehleier klingt, solange die Kurbel sich dreht. Ein Rad streicht die Saiten, die linke Hand greift in die Tasten, der Ton bricht nicht ab. Für einen Blinden war das im 17. Jahrhundert eines der wenigen Gewerbe, mit denen sich auf der Straße Geld verdienen ließ, und genau bei dieser Arbeit hat La Tour den Mann gemalt.

Das Bild entstand in Lothringen, damals ein eigenes Herzogtum im Reich und noch nicht französisch. Der Prado datiert es nur ungefähr, zwischen 1620 und 1630.

Beschönigt wird nichts. Das zerfurchte Gesicht, der ungepflegte Bart, die kräftigen Hände eines Mannes, der vor seiner Erblindung schwer gearbeitet hat. Am Deckel des Rades hängt ein kleines gelbes Band. Es ist ein Tagbild, keine der Nachtszenen mit der Kerze.

Vollständig ist die Leinwand nicht. Bei einer Restaurierung zeigte sich, dass sie aus einer größeren Komposition herausgeschnitten wurde, die alten Ränder waren über den Keilrahmen geschlagen. Den erhaltenen Ausschnitt ersteigerte der Prado im Dezember 1991 in London für 1.870.000 Pfund, bezahlt aus dem Vermächtnis eines Privatmanns, das dem Museum ausdrücklich für Ankäufe zugedacht war.

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