
Die bretonische Legende
Details
Die Geschichte
Das Bild entstand 1906 für das Pariser Haus des Chirurgen Louis-Gustave Richelot, der auch Klavier spielte. Im Jahr zuvor hatte Richelot selbst ein Musikstück mit dem Titel „Bretonische Legende“ komponiert, und gut möglich, dass Maxence hier diese Musik in ein Bild übersetzt. Eine junge Frau in der Festtracht von Pont-Aven, mit hoher weißer Haube, sucht Schutz unter einem Dolmen. Sie hat die Hände gefaltet und blickt voller Angst zur Seite. Neben ihr beugt sich eine Fee, vielleicht auch eine Hexe, im Hermelinmantel zu ihr herüber, lächelnd und mit erhobenem Finger. In der Ferne ragen Menhire auf, ein kupferroter Vollmond steht tief über dem Horizont, und im Schatten regen sich kleine rote Korrigans, die Kobolde der bretonischen Sagenwelt. Der wuchtige vergoldete Rahmen wölbt sich darüber wie eine Bühne. Das Musée d'Orsay erwarb das Gemälde 2013.
