
Wassily Kandinsky · PD
Die Kuh
Details
Die Geschichte
Für einen Vortrag beim Kölner Kreis für Kunst, den er 1914 schrieb und nie hielt, blickte Kandinsky auf Bilder wie dieses zurück. 1910, so erklärte er, habe er die Gegenstände in ein und demselben Bild mehr oder weniger aufgelöst, damit sie nicht alle zugleich erkannt würden und ihre Gefühlsobertöne nach und nach auf den Betrachter wirkten. Die „Kuh“ ist dafür ein gutes Beispiel. Vorn steht, nach rechts gewandt, eine mächtige weiß-gelbe Kuh, die von einer jungen Bäuerin gemolken wird. Weil Weiß und Gelb auch ringsum vorherrschen, verschmilzt das Tier fast bis zur Unkenntlichkeit mit seiner Umgebung. Dahinter erhebt sich ein weißer Berg, der die Rückenlinie der Kuh aufzunehmen scheint. Auf seiner Spitze sitzt eine weiße Mauer, vielleicht eine Erinnerung an die Murnauer Ortsmauer, und hinter ihr drängen sich orthodoxe Kuppeltürme, ein russisches Bild mitten im oberbayerischen Voralpenland.




