
Jacopo Tintoretto · PD
Die Kreuzigung Christi
Details
Die Geschichte
Giorgio Vasari, der Florentiner Künstlerbiograf, nannte Tintoretto den außergewöhnlichsten Kopf, den die Malerei je hervorgebracht habe, und klagte dann, er gebe Skizzen als fertige Werke aus, so roh, dass man jeden Pinselstrich sehe. Diese Leinwand, um 1550/55 entstanden, zeigt, was ihn störte. Die fast farblosen Gestalten unter dem Kreuz stehen grell vor dem schwarzen Himmel, in übernatürliches Licht getaucht und mit raschen, offenen Strichen hingesetzt. Lange galt das Bild als Ölskizze für die riesige Kreuzigung, die Tintoretto Mitte der 1560er Jahre für die Scuola Grande di San Rocco in Venedig malte. Das Museum sieht darin heute ein eigenständiges Werk, und bei fast zweieinhalb Metern Breite war es nie eine kleine Studie. In die Alte Pinakothek kam es aus der Kurfürstlichen Galerie.




