
Edvard Munch · PD
Der Tod des Marat
Details
Die Geschichte
Oben rechts steht „Edv. Munch 1907 Berlin“. Edvard Munch arbeitete in dieser Zeit in Berlin für den Theaterregisseur Max Reinhardt, und im selben Jahr malte er den Tod Marats zweimal. Diese Fassung ist fast quadratisch, rund anderthalb Meter hoch und breit, und das Munch-Museum führt sie auf Deutsch als „Marats Tod II“. Der Mord selbst lag damals über ein Jahrhundert zurück. Am 13. Juli 1793 erstach Charlotte Corday den Revolutionär Jean-Paul Marat in seiner Badewanne, und Jacques-Louis David malte ihn wenige Monate später allein, ohne die Mörderin. Munch dreht die Szene um. Der Mann liegt quer über einem Bett, einen Arm ausgestreckt, rote Flecken auf dem Laken, und die Frau steht nackt fast in der Bildmitte und blickt uns an. Munch besetzte die beiden Rollen mit sich selbst und einer früheren Geliebten. Der Raum um die Figuren besteht aus langen waagrechten und senkrechten Farbstreifen, einer Malweise, die er 1907 am weitesten trieb.




