
Didier Descouens · PD
Der Traum der heiligen Ursula
Details
Die Geschichte
Carpaccio malte diese Leinwand 1495 für eine venezianische Bruderschaft, die die heilige Ursula verehrte, als eine von neun großen Szenen, die ihre Legende erzählten. Die Geschichte ist grausam, eine Prinzessin und ihre Gefährtinnen werden auf einer Pilgerfahrt ermordet, doch dieser Augenblick ist still. Ursula schläft, und im Morgengrauen tritt ein Engel mit einem Palmzweig in der Hand in ihr Zimmer, das Zeichen, dass auch sie für ihren Glauben sterben wird. Was festhält, ist das Zimmer selbst. Carpaccio füllte es mit dem Hausrat eines wohlhabenden venezianischen Haushalts um 1490: die hohen Fenster, das Hündchen, die Pflanzen auf der Fensterbank, die Pantoffeln am Bett, sodass eine Heilige aus ferner Zeit in einer Wohnung träumt, die ihre eigenen Nachbarn wiedererkannt hätten. Eine jüngste Restaurierung gab dem Zyklus sein klares Morgenlicht zurück.




