Vittore Carpaccio

Vittore Carpaccio

1465–1526 · Republik Venedig · Italienische Renaissance, Venezianische Schule, Frührenaissance


Die Geschichte

Carpaccio war Venedigs großer Erzähler in Farbe. In den 1490er Jahren beauftragte ihn eine Bruderschaft, einer der frommen Laienvereine der Stadt, ihren Versammlungssaal mit der Legende der heiligen Ursula zu füllen, einer britischen Prinzessin, die der Überlieferung nach zu einer weiten Pilgerfahrt aufbrach und mit ihren Gefährtinnen bei Köln niedergemetzelt wurde. Er gab ihnen neun große Leinwände.

Was einen festhält, ist, dass er eine alte Legende in das Venedig um ihn herum versetzte. Die Häfen starren vor Masten venezianischer Galeeren, die Gesandten tragen die Kleidung seiner eigenen Zeit, und die Szene, in der ein Engel Ursula weckt, ist in Wahrheit das Bildnis eines behaglichen venezianischen Schlafzimmers, mit Pantoffeln am Bett und Licht aus einem Fenster. Sein eigentliches Thema war die Beschaffenheit dieser Welt.

Der Zyklus hängt heute geschlossen in der Galleria dell'Accademia in Venedig. Carpaccio arbeitete bis ins neue Jahrhundert weiter, doch als jüngere Männer wie Giorgione die venezianische Malerei veränderten, kam seine sorgfältige, gedrängte Manier aus der Mode, und das Datum seines Todes, um 1525 oder 1526, wurde damals nicht festgehalten.

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