
Die Ekstase der heiligen Katharina von Siena
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Die Geschichte
Die Wundmale Christi an den Händen einer Dominikanerin waren um 1600 noch immer ein heikles Thema. Die Stigmata galten als Auszeichnung des heiligen Franziskus, und in den 1470er-Jahren hatte Sixtus IV., ein Papst aus dem Franziskanerorden, angeordnet, sie aus den Bildern der Katharina von Siena zu entfernen. Dominikanische Autoren verteidigten sie noch ein Jahrhundert später. Katharinas Biograf Raimund von Capua hatte einen Ausweg angeboten. Sie habe die Wunden 1375 in Pisa empfangen und darum gebeten, dass sie unsichtbar blieben, erst im Tod seien sie sichtbar geworden. Diesen Augenblick zeigt das Bild aus der Werkstatt des Agostino Carracci, und der italienische Titel des Museums spricht ausdrücklich von ihrem Tod. Zwei Engel stützen die Heilige mit geschlossenen Augen, auf ihren Handrücken erscheinen kleine rote Male, dazu Dornenkrone, Herz, Kruzifix und ein Lilienzweig.