
Fracanzani-Retabel
Details
Die Geschichte
Maria ist schwanger. Sie thront in der Mitte vor einem roten Behang, ein Buch in der einen Hand, die andere auf dem gewölbten Leib, ein seltenes Bildthema, das man in Italien Madonna del parto nennt. Bestellt hat das Altarbild Lucia Fracanzani, Äbtissin des Klosters San Martino in Avesa, einem Ort in den Hügeln nördlich von Verona, und sie ließ die Jahreszahl 1428 daraufsetzen. Die lateinische Inschrift unten rechts nennt sie noch heute als Stifterin.
Zu beiden Seiten reiten die beiden Ritterheiligen, die das Kloster beschützten. Martin teilt seinen Mantel mit einem Bettler, Georg holt, hinter sich die betende Prinzessin, mit dem Schwert gegen den Drachen aus. Kleine Tafeln darüber zeigen den Erzengel Michael und, auf zwei Giebel verteilt, Engel und Jungfrau der Verkündigung, den Augenblick, in dem diese Schwangerschaft begann. Wer das Bild malte, ist unbekannt. Das Museum findet es Giovanni Badile sehr nahe, dem es früher zugeschrieben wurde, und ordnet es seinem Umkreis zu.