
Hieronymus Bosch · PD
Der Garten der Lüste
Details
Die Geschichte
Um 1500 malte der Niederländer Hieronymus Bosch dieses dreiflügelige Bild, ein Triptychon, wie man es sonst als Altar in einer Kirche fand. Nur gehört dieses wohl nie in eine Kirche. Klappt man es auf, entrollt sich eine der seltsamsten Bildwelten der ganzen Kunstgeschichte. Links das Paradies, in dem Gott Adam und Eva zusammenführt. In der Mitte eine weite Landschaft voller nackter Menschen, die zwischen riesigen Früchten, Vögeln und gläsernen Kugeln allen erdenklichen Lüsten nachgehen. Rechts die Hölle, dunkel und brennend, wo Musikinstrumente zu Folterwerkzeugen werden und ein Menschenbaum mit einem Ei als Körper aus der Finsternis starrt. Was Bosch damit sagen wollte, ist bis heute umstritten, ob Warnung vor der Sünde oder etwas Rätselhafteres. Seine Bilder waren schon zu Lebzeiten begehrt. Der spanische König Philipp II. schätzte Bosch besonders und brachte dieses Werk nach Spanien, weshalb es heute im Prado in Madrid hängt. Wer nah herantritt, entdeckt endlose winzige Szenen, bis hin zu einer Notenschrift, die jemand auf ein Hinterteil gemalt fand und tatsächlich vertont hat.




