
Franz Anton Maulbertsch · PD
Die Heilige Familie
Details
Die Geschichte
Um 1500 zeigten deutsche und niederländische Altäre die heilige Anna gern inmitten einer großen Verwandtschaft, mit drei Ehemännern, drei Töchtern namens Maria und deren Kindern. Nachdem das Konzil von Trient die Legende von Annas Ehen verworfen hatte, verschwand die vielköpfige Sippe weitgehend aus der Malerei. Übrig blieb ein engerer Kreis, die Familien Jesu und seines Vetters Johannes des Täufers. Diese Fassung malte Maulbertsch um 1755, das Belvedere nennt sie „Die Heilige Sippe“. In die Mitte setzte er Anna, die Großmutter. Neben ihr sitzt Maria mit dem Kind auf dem Schoß, Josef blickt von hinten auf sie herab. Die Gesichter sind ungewöhnlich individuell, die Engel in den Wolken dagegen skizzenhaft, fast grotesk hingeworfen. Darüber schweben Gottvater und die Taube des Heiligen Geistes, und im Vordergrund liest ein Mann in der Heiligen Schrift.

