
Das ungleiche Paar
Details
Die Geschichte
Ein Greis mit Glatze und weißem Bart, den schweren Pelzkragen um die Schultern, drückt seine Lippen auf die Wange eines jungen Mädchens und hält ihr Kinn fest in der Hand. Sie lässt es geschehen und schaut dabei an ihm vorbei zum Betrachter, mit einem kaum merklichen Lächeln. Über solche Verbindungen spottete man damals gern. Erasmus von Rotterdam ließ 1511 in seinem „Lob der Torheit“ die Torheit selbst erzählen, dass halbtote Alte blutjunge Mädchen heiraten und sich damit beinahe noch brüsten. In Cranachs Werkstatt wurde das ungleiche Paar über Jahrzehnte zu einem gefragten Motiv, in zahlreichen Varianten gemalt, als Sittenlehre mit Augenzwinkern. Diese Tafel ist winzig, gut 20 Zentimeter hoch, und entstand um 1530/40. Seit 2020 gehört sie dem Belvedere, als Teil des Vermächtnisses der Wiener Sammlung Maurer.




