
Bartolomé Esteban Murillo · PD
Das schlafende Jesuskind auf dem Kreuz
Details
Die Geschichte
Ein schlafendes Kind liegt quer über einem hölzernen Kreuz, ein purpurnes Tuch darunter, die rechte Hand auf einem Totenschädel. In den Evangelien steht davon nichts. Es ist ein erfundenes Bild, und um die Mitte des 17. Jahrhunderts sollte die Kirche erfundenen Bildern misstrauen, denn das Konzil von Trient hatte die Maler zu Stoffen gedrängt, die sich in der Schrift finden lassen.
Dieser Stoff bestand die Prüfung und wurde zu einem beliebten Thema der privaten Andacht. Sein Vorfahr ist ein Stich des frühen 16. Jahrhunderts von Giacomo Francia, gedruckt mit einem Vers aus dem Hohenlied, ich schlafe, aber mein Herz wacht. Guido Reni griff das Motiv in Bologna auf, und seine Fassungen verbreiteten sich weit. Murillo konnte in Sevilla Stiche danach sehen, und mindestens eine gemalte Kopie hing dort im erzbischöflichen Palast.
Die Leinwand ist 64 Zentimeter hoch und 88,5 breit, der Prado datiert sie um 1660.




