
Münchner König
Details
Die Geschichte
Niemand weiß, wen dieser Mann darstellt. Seinen Spitznamen, Münchner König, verdankt er der Stadt, in der er heute steht, und der Binde in seinem Haar, die man als Zeichen eines königlichen Heros las. Bärtig, nackt und deutlich über zwei Meter groß, senkt er den Kopf und wendet ihn nach links, zu etwas hin, das er einst im angewinkelten linken Arm hielt. Beide Unterarme fehlen und mit ihnen jedes Attribut, und so verrät nichts an der Statue seinen Namen.
Das Museum bezeichnet ihn als römische Kopie des 2. Jahrhunderts n. Chr. nach einem griechischen Original der früh- bis hochklassischen Zeit und als Teil einer einstigen Gruppe. Mit Fragezeichen denkt es an eine Kultstatue des Hephaistos, des Gottes des Feuers und der Schmiede. 1970 schlug der Archäologe Ernst Berger eine andere Lösung vor, Herakles aus einer kolossalen Bronzegruppe mit Zeus, Athena und Herakles, die der Bildhauer Myron für das Heraheiligtum auf Samos geschaffen hatte. Der Geograph Strabon beschreibt, dass diese drei Figuren gemeinsam auf einer einzigen Basis standen.
Der Baumstamm neben seinem Bein ist eine Zutat des römischen Kopisten. Das Bronzeoriginal kam ohne Stütze aus, der schwerere Marmor brauchte sie.




