
Die Beweinung Christi
Details
Die Geschichte
Die Jahreszahl steht auf dem Hammer. Unten links, zwischen den Nägeln und der Dornenkrone, liegt das Werkzeug, mit dem Christus ans Kreuz geschlagen wurde, und darauf in goldenen Buchstaben 1524. Daneben liegt der Titulus, die Tafel vom Kopf des Kreuzes mit der Inschrift Jesus von Nazareth, König der Juden.
Der tote Christus ist auf seinem Leichentuch in einer Lichtung zwischen hohen Fichten aufgebahrt, dahinter steigen blasse Berge auf. Der Louvre nennt diese Umgebung typisch für die Donauschule. Die Trauernden scharen sich um ihn, und die Heiligenscheine verraten etwas. Maria, Johannes und die heiligen Frauen tragen einen. Nikodemus rechts trägt keinen, ebenso wenig die junge Frau, deren Gesicht gleich hinter ihm erscheint. 1969 schlug der Forscher Christian Salm vor, in den beiden Bildnisse des Stifterpaares zu sehen, des Grafen Niklas von Salm-Neuburg, in dessen Diensten Huber stand, und seiner Frau. Dann wäre der 1503 geborene Graf damals etwa 21 gewesen.
Vielleicht stammt die Tafel aus der Kapelle von Schloss Neuburg am Inn, unweit von Passau. Bis 1967 befand sie sich in einer Stuttgarter Privatsammlung, im Jahr darauf kaufte der Louvre sie beim Kunsthändler Otto Wertheimer.


