
Anthony van Dyck · PD
Die Beweinung Christi
Details
Die Geschichte
Röntgen- und Infrarotaufnahmen im Prado haben unter der sichtbaren Malschicht einen ersten Christus gefunden. Van Dyck malte diese große Beweinung zwischen 1618 und 1620 und änderte sie während der Arbeit. Der Körper, den er angelegt und fast fertig gemalt hatte, glich genau dem Christus seiner Wiener Beweinung, die Beine stark verkürzt angewinkelt. Er legte sie dann gestreckter an, dehnte die Proportionen ein wenig und ließ das Gewicht erschlaffen. Auch der Ausgangspunkt stammte nicht von ihm, denn die Komposition folgt einem Stich des holländischen Kupferstechers Hendrick Goltzius, und der über den Knien der Mutter liegende Christus kommt aus der älteren deutschen Tradition geschnitzter Vesperbilder. Im Vordergrund, vor dem Grab, liegen die Dornenkrone, die Nägel und die Tafel mit der Inschrift auf Hebräisch, Griechisch und Lateinisch. Die Leinwand ist gut zwei Meter hoch. Sie kam aus dem Escorial, wo sie seit 1657 im Kapitelsaal des Priors nachweisbar ist.




