
Cimabue · PD
Thronende Madonna mit Kind, umgeben von Engeln
Details
Die Geschichte
Um 1300 sprach die italienische Kirchenmalerei noch weitgehend die feierliche Bildsprache byzantinischer Ikonen: Goldgrund, frontale Heiligkeit, Figuren für die Andacht, kaum für einen glaubhaften Raum. Cimabue hält an dieser Sprache fest und verschiebt sie zugleich. Diese Madonna entstand für San Francesco in Pisa und hing hoch über der Schranke zwischen Langhaus und Chor, also an einem Ort, an dem das Bild aus der Ferne funktionieren musste. Maria thront weiterhin in Majestät auf goldenem Sitz, umgeben von Engeln, doch der Thron kippt leicht in den Raum, die Gewänder bekommen Gewicht, und die Gesichter sind weicher modelliert als in älteren Ikonen. In der napoleonischen Zeit verließ die Tafel Pisa; 1812 war sie bereits in Paris.


