
Sandro Botticelli, The Man of Sorrows, 1500. Wikimedia Commons. · PD
Schmerzensmann
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Die Geschichte
Am Ende seines Lebens gerät Botticelli, eben jener, der die heidnische Venus gemalt hatte, unter den Einfluss Savonarolas, des Dominikanermönchs, der in diesen Jahren in Florenz gegen den Luxus predigte und die 'Scheiterhaufen der Eitelkeiten' entzündete. Um 1500 wird seine Malerei streng und visionär. Hier steht Christus frontal, in einen gefältelten purpurnen Mantel gehüllt, die Dornenkrone auf dem Kopf und die Handgelenke von einem Strick gebunden, das Kreuz hinter ihm. Um seinen Kopf kreist statt eines Heiligenscheins ein Kranz kleiner Engel, welche die Leidenswerkzeuge tragen: die Leiter, die Lanze, die Geißelsäule, die Nägel, den Schwamm. Und die Tafel hütet ein Geheimnis: unter der Farbe fand eine Untersuchung von 2009 die Vorzeichnung einer Madonna mit Kind. Botticelli hatte etwas anderes begonnen, gab es auf und verwendete dasselbe Holz für dieses Bild des Schmerzes.




