
Die büßende Maria Magdalena
Details
Die Geschichte
Vier Jahre lang, von 1623 bis 1627, war Charles Mellin der erste Gehilfe in der römischen Werkstatt Simon Vouets, eines Franzosen, der für den Kreis der Barberini arbeitete, der Familie des regierenden Papstes. Dieses fast zweieinhalb Meter hohe Bild entstand in den letzten Monaten dieser Zusammenarbeit, um 1626 oder 1627, bevor Vouet nach Paris ging. Die büßende Magdalena war ein Thema, das die Barberini besonders schätzten. Mellin setzt sie vor einen Streifen Meer, und das Museum liest darin einen Hinweis auf die Provence, wo die Legende ihre Einsiedelei nach dem Tod Christi ansiedelt. Den Blick zum Himmel gerichtet, sitzt sie in der einstudierten Haltung, mit der Maler die Melancholie darstellten, und denkt über Tod und Sünde nach. Das Museum weist auf einen Widerspruch hin, an dem die Zeit ihre Freude hatte. Das Gewand ist verrutscht, der helle Körper verrät kaum etwas von Fasten und Entbehrung, und so weckt das Bild gerade die Begierden, die ihre Buße bestrafen sollte. Bis 1952 blieb es im Besitz der Familie, dann kaufte der italienische Staat es aus der Sammlung Barberini.
