
Fabrizio Garrisi · CC-BY-SA-4.0
Die Prozession der Büßer in Furnes
Details
Die Geschichte
Um 1913 war James Ensor über fünfzig und fürchtete zu erblinden. Die beißenden Maskenbilder, die ihn berühmt gemacht hatten, ließ er hinter sich und wandte sich wieder religiösen Themen zu. Er malt hier etwas, das seine flämische Heimat jedes Jahr wirklich beging: die Büßerprozession von Furnes, im belgischen Veurne, wo vermummte Gestalten barfuß hinter einem schweren Kreuz durch die Stadt ziehen. Ensor füllt die Gasse mit jenen gedrängten, karikierten Gesichtern, von denen er nie loskam, und setzt Christus mitten unter sie, in den Vordergrund, von der Menge eingekeilt statt über sie erhoben. Die Komposition erinnert an seinen riesigen Einzug Christi in Brüssel von 1889. Der Sammler Vittorio Cini schenkte das Bild 1973 dem Vatikan, wo es unter moderner religiöser Kunst hängt.




