
James Ensor
1860–1949 · Belgien · Expressionismus
Die Geschichte
James Ensor verbrachte fast sein ganzes Leben im belgischen Seebad Ostende, einen Großteil davon über dem Andenkenladen seiner Familie, der Muscheln, Chinoiserien und die Karnevalsmasken verkaufte, die seine Kunst übernehmen sollten. Diese grinsenden bemalten Masken und die Skelette, die er zwischen sie setzte, wurden zu seinem Thema, eine Weise, den Menschen um ihn herum die höflichen Gesichter abzustreifen.
Sein Meisterwerk war selbst seinen Verbündeten zu viel. Der Einzug Christi in Brüssel im Jahr 1889 ist gewaltig, über vier Meter breit, und zeigt Christus fast verloren in einem drängenden modernen Karneval maskierter, feixender Gesichter unter einem roten Banner mit der Aufschrift Es lebe die soziale Republik. Ensor malte ihn 1888 für die Avantgardegruppe Les XX, die Zwanzig, die er mitbegründet hatte, und sie weigerten sich, ihn aufzuhängen. Er behielt die riesige Leinwand jahrzehntelang in seinem Atelier in Ostende, und sie wurde bis 1929 kaum öffentlich gezeigt.
Sein kühnstes Werk entstand jung, meist in den 1880er Jahren. Anerkennung kam langsam und dann auf einmal. 1929 machte ihn König Albert zum Baron, und der einst skandalöse Maler der Masken verbrachte seine letzten Jahrzehnte als gefeierte belgische Institution, auf dem Harmonium improvisierend und in Ostende Besucher empfangend, bis zu seinem Tod 1949.
Werke
15 Werke
Der Einzug Christi in Brüssel 1889James Ensor, 1888
Die IntrigeJames Ensor, 1890
Der Tod und die MaskenJames Ensor, 1897
Skelette streiten sich um einen GehängtenJames Ensor, 1891
Die AusternesserinJames Ensor, 1882
SchmerzensmannJames Ensor, 1891
Die Dächer von OstendeJames Ensor, 1884
Selbstbildnis mit BlumenhutJames Ensor, 1885
Der bürgerliche SalonJames Ensor, 1881
Der RochenJames Ensor, 1892
Die weisen RichterJames Ensor, 1891
Blick auf MariakerkeJames Ensor, 1901
Die gefährlichen KöchinnenJames Ensor, 1896
Die Prozession der Büßer in FurnesJames Ensor, 1913
Ansicht von Vlissingen, leuchtende Wellen und VibrationenJames Ensor, 1890