
Die sieben Werke der Barmherzigkeit
Details
Die Geschichte
Im Matthäusevangelium zählt Christus auf, woran man beim Jüngsten Gericht die Gerechten erkennen wird. Sie haben Hungrige gespeist und Durstigen zu trinken gegeben, Fremde aufgenommen und Nackte bekleidet, Kranke und Gefangene besucht. Das sind sechs Werke. Die mittelalterliche Theologie fügte ein siebtes hinzu, die Bestattung der Toten, und genau diese Szene setzt Teniers ganz nach hinten rechts. Die übrigen sechs verlegt er auf die Straße eines flämischen Dorfes, mitten unter einfache Leute. Die Frau, die ein Kind stillt, stammt aus der Bildsprache der Allegorie, in der eine Mutter mit Kindern die Caritas verkörperte. Mindestens sechsmal hat Teniers das Thema gemalt. Eine sehr ähnliche Fassung trägt Signatur und Datum 1644, und nach ihr wird diese Kupfertafel in die 1640er Jahre gesetzt. Ludwig XV. kaufte sie 1742 von den Erben des Prinzen von Carignan, eines savoyischen Adligen, der in Paris Gemälde gesammelt hatte. Fünf Jahre später gab der Kupferstecher Jacques-Philippe Le Bas einen Stich danach heraus, und erst dieser Stich machte das Bild im Frankreich des 18. Jahrhunderts berühmt.




