
Der gewickelte Prinz von Urbino in der Wiege
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Die Geschichte
1605 war der Herzog von Urbino, Francesco Maria II. della Rovere, über 50 und noch immer ohne Sohn, der ihm folgen konnte. Als im Mai endlich ein Knabe kam, Federico Ubaldo genannt, war die Erleichterung groß, und der Hofmaler Alessandro Vitali sollte ihn sogleich festhalten, fest gewickelt in seiner Wiege wie ein kleines Bündel. Vitali hatte bei Federico Barocci gelernt, dem großen Maler Urbinos, und schenkt dem Säugling jene sorgfältige, zärtliche Aufmerksamkeit, die man sonst erwachsenen Auftraggebern vorbehält. Die Hoffnung im Bild hielt nicht. Federico Ubaldo starb mit 18, die herzogliche Linie erlosch, und Urbino fiel an den Kirchenstaat. Über die Tochter des Prinzen, die in das Haus Medici einheiratete, gelangten die Gemälde der Familie schließlich nach Florenz, und so kam dieses Wiegenbildnis in die Uffizien.