
Die drei Bräute
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Die Geschichte
Wer 1893 in den Niederlanden moderne Kunst sehen wollte, bekam meist die Haager Schule zu sehen, also graue Himmel, Dünen und Fischerboote, nüchtern und naturnah gemalt. In diesem Jahr stellte Toorop dieses große Blatt beim Niederländischen Radierclub aus, und heute gilt es als eines der ersten wirklich symbolistischen Werke der niederländischen Kunst. Von Landschaft ist darin nichts übrig. In der Mitte steht eine junge Braut, nackt unter dem Schleier, mit einer Hochzeitskrone. Links neben ihr eine Braut im Nonnengewand, fromm und verängstigt, rechts eine Braut mit bedrohlichem Gesicht und einer Kette aus Totenschädeln auf der Brust. Vorn bringen Mädchen Glocken, Lilien und Schmetterlinge, für Toorop die Geburt des ewig Weiblichen hier auf Erden. Im Hintergrund singt ein Chor aus lang gezogenen, gleichförmigen Gestalten von den Gefahren, die der jungen Braut noch bevorstehen. Toorop arbeitete mit Kreide, Bleistift und Kohle und beschränkte sich fast ganz auf Weiß, mattes Schwarz und Rostbraun. Der Kunsthändler Van Wisselingh kaufte die Zeichnung noch 1893, und 1919 ersteigerte sie Helene Kröller-Müller, deren Sammlung den Grundstock dieses Museums bildet.





