
Der Trompeter, im Hintergrund eine Festtafel
Details
Die Geschichte
Gerret Braamcamp, ein Amsterdamer Holzhändler, besaß eine der berühmtesten Gemäldesammlungen der Stadt, und als sie 1771 nach seinem Tod versteigert wurde, löste sich ein falsches Paar auf. Bei einer Auktion 1757 war diese Tafel zusammen mit einem Mädchen am Fenster von Gerrit Dou angeboten worden, als gehörten beide zusammen. Gemalt waren sie nicht als Paar. Das Mädchen hängt heute in Waddesdon Manor in England, der Trompeter wurde 1783 in Amsterdam für Ludwig XVI. ersteigert.
Ein Bläser mit Federbarett lehnt sich aus einem steinernen Fenster, an seiner Trompete hängt ein blaues Fahnentuch mit Fransen. Hinter ihm tafelt eine Gesellschaft in einem hellen Raum. Links steht eine vergoldete Kanne auf einer Schale, über die Brüstung ist ein Orientteppich geworfen, rechts ist ein schwerer Goldvorhang gerafft. Signiert hat Dou auf der Balustrade.
Wie viel Bedeutung darin steckt, ist umstritten. Eine Lesart hört in der Trompete die Posaune des Jüngsten Gerichts, die über den Prassenden erschallt, und sieht in der Kanne ein Zeichen der Reinheit. Andere betonen, dass Dou hier auch vorführen wollte, wie fein er Brokat, Wolle und Metall malen konnte, und dass er gern Dinge zitierte, die gebildete Käufer wiedererkannten.




