
Chaïm Soutine · PD
Der Truthahn
Details
Die Geschichte
Im Jahr 1925 malte Chaïm Soutine in seinem Atelier nahe Montparnasse fast nur noch tote Tiere. Neben den berühmten geschlachteten Ochsen, mit denen er an Rembrandt anknüpfte, entstand eine Reihe gerupfter Vögel, und dieser Truthahn gehört dazu. Er hängt am Haken eines kleinen Dachfensters, der lange Körper schräg durchs Bild gezogen, der Schnabel offen, die Krallen eingerollt. Das Musée de l'Orangerie bringt diese hängenden Vögel mit einer Erinnerung aus Soutines Kindheit in Smilowitschi bei Minsk zusammen. Dort wurde am Vorabend von Jom Kippur beim Kapparot-Brauch ein Huhn über dem Kopf geschwenkt und danach geschlachtet. Das Bild gehörte zuerst dem Pariser Kunsthändler Paul Guillaume. Über ihn hatte der amerikanische Sammler Albert Barnes um die Jahreswende 1922/23 Dutzende von Soutines Bildern auf einmal gekauft.




