Das türkische Bad

Jean-Auguste-Dominique Ingres · PD

Das türkische Bad


Details

Museum
Louvre
Jahr
1862
Technik
Öl auf Leinwand, auf Holz aufgezogen
Gattung
Gemälde
Maße
110 × 108 cm

Die Geschichte

1862 vollendete der 82-jährige Ingres dieses runde Bild, eines seiner letzten. In einem dampfenden Bad drängen sich zahllose nackte Frauen, sitzend, liegend, aneinandergelehnt, eine spielt Laute, andere ruhen im Wasser. Ingres hatte den Orient nie gesehen. Seine Vorstellung eines osmanischen Frauenbades speiste sich vor allem aus den Briefen einer Engländerin, Lady Mary Wortley Montagu, die im frühen 18. Jahrhundert als Gesandtenfrau in Istanbul gelebt und ein solches Bad beschrieben hatte. Aus dieser Lektüre und aus einem ganzen Leben voller Aktstudien fügte Ingres im hohen Alter eine Traumwelt zusammen. Ursprünglich malte er das Bild rechteckig, doch dann beschnitt er es zu einem Rund, einem Tondo, das dem Betrachter das Gefühl gibt, durch ein Schlüsselloch zu blicken. Manche der Rückenakte kehren aus früheren Werken Ingres wieder, darunter die Lautenspielerin, die fast unverändert einem Bild aus seiner Jugend entstammt. So schließt sich am Ende seines Lebens ein Kreis von über 40 Jahren.

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