
Das wilde Heer
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Die Geschichte
Schon lange bevor Urs Graf dieses Blatt 1520 zeichnete, fürchteten die Dörfer in den Alpen das Wütende Heer: den geisterhaften Zug der Toten, der dem Volksglauben nach durch den Winterhimmel jagte und Krieg oder Sterben ankündigte. Graf, der selbst als Reisläufer in echte Feldzüge gezogen war, gab dieser Sage Gesichter. Seine Reiter sind Kriegsfurien, eine gespenstische Schar mitten im Ansturm, nicht die geordnete Reihe, die sich ein Feldhauptmann gewünscht hätte. Er wusste, wie ein Heer im Aufbruch aussah, und lieh dem alten Vorzeichen den Übermut und die Drohung der Söldner, neben denen er gedient hatte. Das Blatt gehört zum Kupferstichkabinett in Basel, das den größten Teil seines erhaltenen Werks auf Papier bewahrt.