
Wilton-Diptychon
Details
Die Geschichte
Als dieses kleine Klappaltärchen entstand, etwa zwischen 1395 und 1399, suchte Richard II. von England den Ausgleich mit Frankreich. 1396 heiratete er Isabella, die sechsjährige Tochter König Karls VI., und die Ehe besiegelte einen langen Waffenstillstand. Wer das Diptychon gemalt hat, weiß man nicht. Die National Gallery nennt den Maler vorsichtig englisch oder französisch, mit Fragezeichen. Auf dem einen Flügel kniet der König, empfohlen von Johannes dem Täufer und zwei heiligen Königen Englands, Eduard dem Bekenner und Edmund. Auf dem anderen umgeben 11 Engel Maria und das Kind, und jeder trägt Richards persönliches Abzeichen, den weißen Hirsch. Das goldene Gewand des Königs ist mit Hirschen und Ginsterschoten gemustert. Der Ginster, lateinisch planta genista, steckt im Namen der Plantagenets und war zugleich ein Emblem Karls VI. Ganz oben auf der Fahnenstange sitzt eine winzige Kugel mit einer grünen Insel und einem weißen Turm, England als Gabe an die Jungfrau.





