
Titian · PD
Tityos
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Die Geschichte
Um 1565 greift der bereits betagte Tizian ein Thema wieder auf, das er Jahre zuvor für Maria von Ungarn gemalt hatte, die Schwester Kaiser Karls V. und Statthalterin der Niederlande. Sie hatte bei ihm vier große Leinwände mit bestraften Giganten der Mythologie bestellt, für ihren Palast in Binche, verstanden als Warnung an die deutschen protestantischen Fürsten, die sich gegen ihren Bruder erhoben hatten und die Karl V. 1547 bei Mühlberg geschlagen hatte. Zu sehen ist hier Tityos, verurteilt dafür, dass er sich an der Göttin Latona vergangen hatte: am Boden ausgestreckt, frisst ein Geier ihm ohne Ende die Leber, die stets aufs Neue nachwächst. Von jener Viererreihe sind nur der Tityos und der Sisyphus erhalten. Beide hängen heute im Museo del Prado.




