
Turnier auf der Piazza Castello in Turin
Details
Die Geschichte
Die Braut, für die hier geritten und gefochten wird, sollte dem Gebäude im Bild später seinen Namen geben. 1620 feierte Turin die Hochzeit des Prinzen Viktor Amadeus, des Erben des Herzogs von Savoyen, mit Christina von Frankreich, einer Tochter König Heinrichs IV., und auf der Piazza Castello, dem Herzen der herzoglichen Hauptstadt, fand zu Ehren des Paares ein Turnier statt. Der Florentiner Antonio Tempesta, ein Maler dicht gedrängter Menschenmengen und Reiterzüge, war in jenem Jahr auf der Durchreise in Turin, und seine Leinwand hält das Fest fest. Vom Balkon der alten Burg der Acaja schauen die Fürsten zu, unten drängen sich die Zuschauer. Dahinter erhebt sich der neue herzogliche Palast mit den eigens für das Fest errichteten Festarchitekturen, und rechts verläuft der lange Verbindungstrakt zwischen beiden Bauten, die Grande Galleria, in der Herzog Karl Emanuel I. seine Sammlungen aufbewahrte. Bilder savoyischer Hoffeste aus diesen Jahren sind selten, und so zeigt das Gemälde zugleich, wie das Zentrum Turins nach seinem Umbau aussah. Die alte Burg heißt heute Palazzo Madama, nach zwei königlichen Witwen, die dort wohnten, und die erste von ihnen war eben diese Christina.

