
Judith Leyster · PD
Ungleiche Liebe
Details
Die Geschichte
Erst bei einer Restaurierung in den 1950er-Jahren tauchte die alte Frau wieder auf. Vor langer Zeit hatte man sie unter einer dunklen Farbschicht verschwinden lassen, weil sie als anstößig galt. Übrig blieb ein junger Lautenspieler, und so beschreibt ihn auch das Inventar der römischen Bankiersfamilie Torlonia von 1814, als Mann mit Hut, der Gitarre spielt, mit Geldsäcken auf dem Tisch, gemalt angeblich von dem Flamen Jan Boeckhorst. Vollständig zeigt das Bild ein beliebtes Thema der niederländischen Malerei, das ungleiche Paar, mit vertauschten Rollen. Sonst bietet ein alter Mann einer jungen Frau Geld an. Hier hält die Alte dem Musiker einen Geldbeutel und einen Ring hin, und auf dem Tisch liegen abgezählte Goldmünzen. Judith Leyster malte es Anfang der 1630er-Jahre in Haarlem. Als die Torlonia es 1892 dem italienischen Staat schenkten, war es noch immer der Mann mit der Gitarre.




