
Anthony van Dyck · PD
Venetia, Lady Digby, als Klugheit
Details
Die Geschichte
Am linken Bildrand liegen drei besiegte Gestalten am Boden. Der Betrug mit seinen zwei Gesichtern ist angekettet, die profane Liebe trägt eine Binde vor den Augen, einem dritten Amor ist die Fackel ausgegangen. Über der Dame tragen drei Putten einen Lorbeerkranz heran, und in der rechten Hand hält sie eine Schlange, das alte Attribut der Klugheit. Diese Zeichensprache hat sich sehr wahrscheinlich ihr Mann ausgedacht. Venetia Stanley war im Mai 1633 plötzlich gestorben, und Sir Kenelm Digby ließ danach mehrere Bilder von ihr malen. Ihr Ruf war seit Jahren beschädigt, man hatte ihr vor der Ehe eine Reihe von Liebhabern nachgesagt, und Digby hat das bis zu seinem Tod bestritten. Das Gemälde führt seinen Gegenbeweis in der Sprache der Allegorie, mit einer Frau, die ruhig auf einem schlichten Steinquader sitzt und zwei weiße Tauben streichelt. Van Dyck arbeitete damals in London für Karl I. Eine zweite, kleinere Fassung des Bildes hängt heute dort. Diese große ist seit 1857 im Inventar des Mailänder Palazzo Reale verzeichnet, und wie sie aus Frankreich dorthin kam, weiß niemand.




