
Kunstwollen.arte · CC-BY-SA-4.0
Weiße Kreuzigung
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Die Geschichte
Im Lauf des Jahres 1938 erreichten Chagall in Paris die Nachrichten aus Deutschland: brennende Synagogen, geplünderte jüdische Häuser, Menschen auf der Flucht. Er malte daraufhin einen Gekreuzigten, aber keinen christlichen Märtyrer. Um die Hüften trägt dieser Jesus statt eines Lendentuchs einen jüdischen Gebetsschal, den Tallit. Für Chagall war Christus immer das Urbild des jüdischen Märtyrers. Rings um das weiße Lichtband der Mittelachse brennt ein Dorf, kentert ein Flüchtlingsboot, flieht eine Gruppe mit geretteten Torarollen, wird eine Synagoge in Brand gesteckt. Eine der Figuren trug ursprünglich ein Schild mit den Worten 'Ich bin Jude', das Chagall später übermalte. Das Bild kam noch 1938 nach Amerika und hängt heute in Chicago, wo Papst Franziskus es einmal als sein liebstes Gemälde bezeichnete.