
Giovanni Bellini · PD
Willys-Madonna
Details
Die Geschichte
Über Jahrzehnte malte Giovanni Bellini in Venedig Madonnen, Dutzende davon, bis ihm eine so überzeugende Bildformel gelang, dass andere Maler sie einfach übernahmen. Diese Tafel aus den 1480er Jahren zeigt das stehende Kind, das sich emporreckt, um die Mutter zu umarmen, beide als Halbfiguren hinter einer niedrigen Brüstung. Diese Umarmung war ungewöhnlich, und Bellini hält zwischen den beiden Gesichtern einen kleinen, gewollten Abstand, eine Zurückhaltung, in der das Göttliche unter der Zärtlichkeit anklingt. Jahrelang haben die Maler des Veneto diese Erfindung eng kopiert, was zeigt, wie treffsicher er sie gefunden hatte. Am Ende verließ die Tafel Europa ganz. 1947 in New York gekauft für ein eben gegründetes Museum in São Paulo, hängt sie dort heute unter den alten Meistern der Sammlung.




