
Frau mit totem Hahn
Details
Die Geschichte
Eine junge Frau lehnt sich aus einem steinernen Fenster und hält einen toten Hahn an den Füßen hoch, die andere Hand ruht auf einem Messingeimer. Rechts hängt ein Vogelkäfig, auf dem Sims liegt eine umgekippte Zinnkanne, daneben steht eine Kerze im Leuchter. Gerrit Dou hat die kleine Tafel 1650 signiert und datiert. Der Louvre spricht von einer doppeldeutigen Darstellung. Das niederländische vogelen hatte dieselbe derbe Nebenbedeutung wie das deutsche vögeln, und Hahn, Käfig und Kerze verstanden die Käufer des 17. Jahrhunderts als Anspielungen.
Nach Paris kam das Bild über einen gestürzten Minister. Charles-Alexandre de Calonne, bis 1787 Generalkontrolleur der Finanzen Ludwigs XVI., war mit seinen Steuerplänen gescheitert und nach England gegangen. Im April 1788 versteigerte der Kunsthändler Jean-Baptiste-Pierre Lebrun, der Ehemann der Malerin Élisabeth Vigée Le Brun, seine Gemälde. Für diese Tafel fand sich kein Käufer, kurz darauf wurde sie für den König erworben, wohl durch Lebrun selbst. Als der Louvre im August 1793 als öffentliches Museum öffnete, war der König schon hingerichtet, und das Bild hing dort unter dem schlichten Titel Eine Geflügelhändlerin.




