
Henri de Toulouse-Lautrec · PD
Sitzende Frau im Bett
Details
Die Geschichte
Die Frau, die sich hier im Bett aufgesetzt hat, malte Toulouse-Lautrec 1897 auf Karton. Was danach mit dem Bild geschah, ist ein Stück deutscher Geschichte. Spätestens 1913 gehörte es dem Pariser Kritiker Théodore Duret, einem alten Freund Manets, der es für Ausstellungen in München und Kopenhagen auslieh. Dann kam es nach Berlin, zum Verleger Bruno Cassirer, und bis 1931 zum Bankier Jakob Goldschmidt. Seine Darmstädter und Nationalbank war im Sommer 1931 zusammengebrochen. Goldschmidt übertrug die Kunstsammlung der Bank als Sicherheit für seine Schulden, behielt die Bilder aber bei sich zu Hause.
Goldschmidt war Jude und verließ Deutschland in den 1930er Jahren. 1941 beschlagnahmte das Reichsfinanzministerium, was von seinem Besitz noch in Berlin war, und am 25. September 1941 wurde dieses Bild dort versteigert, der Erlös floss an den Staat. 1955 erhielt Goldschmidt, inzwischen in New York, es zurück. Später kaufte es der Sammler Arthur K. Solomon aus Cambridge in Massachusetts, und aus seiner Sammlung kam es 2004 nach Boston.




