
Verwundete Amazone (Typus Mattei)
Details
Die Geschichte
Im 5. Jahrhundert v. Chr. erhielt der Artemistempel von Ephesos an der Küste Kleinasiens Bronzestatuen von Amazonen, den kriegerischen Frauen des griechischen Mythos, geschaffen von mehreren der berühmtesten Bildhauer ihrer Zeit. Nach dem Bericht des römischen Autors Plinius sollten die Künstler selbst urteilen. Jeder setzte sein eigenes Werk an die erste Stelle, und so siegte die Statue, die alle gleich nach der eigenen nannten, die Amazone des Polyklet. Phidias wurde Zweiter, Kresilas Dritter.
Die Bronzen sind verloren. Römische Marmorkopien bewahren mehrere deutlich verschiedene Amazonentypen, und diese Statue folgt dem sogenannten Typus Mattei, benannt nach einer Replik, die einst in der Villa Mattei in Rom stand. Man bringt ihn am häufigsten mit Phidias in Verbindung, gesichert ist die Zuschreibung jedoch nicht. Das Museum datiert nur das verlorene Original, ins 5. Jahrhundert v. Chr.
Die Statue stammt aus der Villa d'Este in Tivoli und kam 1753 als Geschenk Papst Benedikts XIV. aufs Kapitol, danach überarbeitete sie der Restaurator Bartolomeo Cavaceppi. Ihr heutiger Kopf gehört zu einer anderen Figur. Laut Museum wurde er erst nach 1775 aufgesetzt, bis dahin stand er in der Sala delle Colombe dieses Palastes, und der deutsche Archäologe Wolfgang Helbig hielt ihn für die Kopie eines Kopfes von Polyklet.




