
Die Geschichte
Auf einem Bildnis, das Anthonis van Dyck, der flämische Hofmaler, um 1639 malte, sitzt Thomas Howard, Earl of Arundel, mit seiner Frau Aletheia Talbot neben einem Globus, und der Earl zeigt auf Madagaskar. Er warb damals für einen Plan, die Insel zu kolonisieren, aus dem nie etwas wurde. Das Bild, bekannt als Madagaskar-Porträt, gehört bis heute seinen Nachkommen und hängt hier in Arundel Castle.
Arundel ist in erster Linie eine Burg und ein Familiensitz, der Sitz der Herzöge von Norfolk, beherbergt aber eine große Sammlung von Porträts der Familie Howard. Roger de Montgomery, ein Vetter Wilhelms des Eroberers, errichtete um 1067 die erste Burg. Im Englischen Bürgerkrieg ergab sich die royalistische Besatzung 1643 nach 18 Tagen Belagerung, und die Räume, durch die man heute geht, sind großenteils das Werk des 15. Herzogs, der die Burg zwischen 1875 und 1905 nach Entwürfen des Architekten Charles Alban Buckler neu aufbauen ließ.
Der Earl auf dem Madagaskar-Bild war der große Sammler seiner Zeit, ein Förderer von Rubens und van Dyck. Daniel Mytens, der niederländische Maler am englischen Hof, porträtierte ihn und Aletheia um 1618, und Thomas Gainsborough malte in den 1780er-Jahren Charles Howard, den 11. Herzog. Nicht jeder Schatz hier ist ein Gemälde. Im Mai 2021 stiegen Diebe durch ein Fenster ein und nahmen einen goldenen Rosenkranz mit, den Maria Stuart, die Königin von Schottland, 1587 auf dem Weg zu ihrer Hinrichtung getragen haben soll.
