
Die Geschichte
Ein langer Steg führt aus diesem Gebäude hinaus und endet über dem Wasser des Starnberger Sees, südlich von München. Das Stuttgarter Büro Behnisch gab dem Museum die Anmutung eines vertäuten Schiffes, und das passt zu seinem Gründer. Lothar-Günther Buchheim war als Kriegsberichterstatter auf einem deutschen U-Boot mitgefahren und machte aus dieser Erfahrung später „Das Boot“, seinen Bestseller von 1973.
Er war außerdem Maler, Kunstbuchverleger und vor allem Sammler. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg kaufte er die Expressionisten der Brücke, die Dresdner Maler um Ernst Ludwig Kirchner und Erich Heckel, als ihre Bilder noch billig waren, nachdem die Nationalsozialisten sie als „entartet“ verfemt hatten. Das Museum öffnete 2001, nachdem ein früherer Standort in Feldafing von den Bürgern abgelehnt worden war. Zu den Kirchner-Bildern hier gehören „Badende am Strand von Fehmarn“ aus einem Sommer auf der Ostseeinsel im Jahr 1913 und „Interieur mit Maler“ von 1921. Neben den Gemälden füllen Buchheims andere Leidenschaften die Räume, von bayerischer Volkskunst und afrikanischen Schnitzereien bis zu Zirkusobjekten und lebensgroßen Figuren aus Pappmaché.
