
Die Geschichte
An der Avenue des Arts, einem Abschnitt des Rings um die Brüsseler Innenstadt, steht ein Stadthaus, das der Sammler Henri Van Cutsem 1890 kaufte. Er beauftragte Victor Horta, den Architekten, der später als Wegbereiter des Jugendstils berühmt wurde, mit dem Umbau, der 1893 abgeschlossen war. Hortas wichtigstes Geschenk an das Haus war das Licht. Zwei große Oberlichter lassen bis heute Tageslicht in die Räume des Erdgeschosses fallen, in denen die Bilder hängen.
Van Cutsem förderte lebende belgische Künstler, darunter den Bildhauer Guillaume Charlier, der ein enger Freund wurde. Als Van Cutsem 1904 starb, vermachte er Charlier das Haus, während seine Gemäldesammlung nach Tournai ging, in ein Museum, das Horta später eigens dafür entwarf. Charlier lebte und arbeitete hier bis zu seinem Tod 1925 und verfügte in seinem Testament, dass das Haus ein öffentliches Museum werden sollte. Es öffnete 1928, und die Brüsseler Gemeinde Saint-Josse betreibt es bis heute.
Drinnen wirken die Räume noch immer bewohnt. Gemälde von Anna Boch, Léon Frédéric und Eugène Laermans hängen neben Empire-Möbeln, Brüsseler Tapisserien und einem chinesischen Speisezimmer, dazwischen Charliers eigene Skulpturen. Ein kleines Bild, nach dem man Ausschau halten sollte, ist ein Stillleben mit Blumen und Schmetterlingen von James Ensor, dem Maler aus Ostende, datiert 1889.
